Entwicklungskader vereint künftig Nachwuchskader und Spitzenförderung der 3. Liga
Mit der Einführung des neuen Entwicklungskaders stellt der Deutsche Handballbund die Förderung seiner Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter neu auf. Ziel ist es, talentierte Gespanne gezielt und einheitlich auf den Sprung in den Bundesligabereich vorzubereiten. Aus Bayern gehören mit Peter Abel/Christian Herpolsheimer sowie Paolo D'Oria/Julius Hlawatsch gleich zwei Gespanne dem neuen Entwicklungskader an. Darüber hinaus sind mit Thomas Hörath/Timo Hofmann im Bundesliga-Kader sowie Markus Kauth/Andre Kolb im Elite-Kader weitere bayerische Top-Schiedsrichter auf den höchsten Ebenen des DHB vertreten.
Was bedeutet die Berufung in den Entwicklungskader konkret? Wie bereitet man sich auf die neue Saison vor, welche Herausforderungen warten auf dem Weg Richtung Bundesliga – und welche Tipps geben erfahrene Schiedsrichter dem Nachwuchs mit auf den Weg? Darüber haben wir mit dem bayerischen Gespann Peter Abel und Christian Herpolsheimer (Fürth/Erlangen) gesprochen:
Was bedeutet die Berufung in den Entwicklungskader ganz konkret für euch?
Die Berufung in den Entwicklungskader ist für uns natürlich eine riesige Freude und eine schöne Bestätigung für die Arbeit der letzten Jahre. Gleichzeitig ist sie aber auch ein Ansporn, weiter an uns zu arbeiten. Es kommen jetzt mehr Lehrgänge, intensivere Betreuung und regelmäßiges Feedback dazu. Außerdem werden wir an die Anforderungen der 2. Bundesliga herangeführt und bekommen die Chance, uns gezielt auf das nächste Level vorzubereiten.
Wie bereitet ihr euch aktuell auf die Saison vor?
Natürlich versuchen wir, körperlich fit zu sein – mit Lauf- und Athletiktraining. Gleichzeitig beschäftigen wir uns aber auch viel mit Spielszenen, den Regeln und tauschen uns regelmäßig mit Coaches und anderen Schiedsrichtern aus. Am Ende geht es darum, sowohl körperlich als auch im Kopf bereit zu sein, wenn die Saison losgeht.
Worauf freut ihr euch, wovor habt ihr vielleicht auch Respekt?
Wir freuen uns vor allem auf die neuen Herausforderungen und darauf, Spiele auf einem noch höheren Niveau leiten zu dürfen. Respekt haben wir vor dem höheren Tempo und der Intensität, weil Entscheidungen oft noch schneller getroffen werden müssen. Aber genau auf solche Aufgaben arbeitet man ja hin.
Was fordert euch beim Pfeifen besonders, was begeistert euch?
Das Anspruchsvollste ist sicherlich, über 60 Minuten hochkonzentriert zu bleiben und in jeder Situation die richtige Entscheidung treffen zu wollen. Gleichzeitig macht genau das den Reiz aus. Handball ist unglaublich schnell und emotional, und es macht einfach Spaß, ein Teil dieser Spiele zu sein und sie gemeinsam als Gespann zu leiten.
Der Sprung in die 2./1. Liga wird bislang als zu „heftig“ beschrieben. Wie muss man sich das vorstellen?
Der Unterschied ist tatsächlich größer, als viele denken. Das Spiel ist schneller, die Spieler sind athletischer und auch das Umfeld wird professioneller. Früher konnte es passieren, dass man relativ plötzlich in dieser Liga angekommen ist und vieles erst dort lernen musste. Mit dem Entwicklungskader wird man jetzt Schritt für Schritt an diese Anforderungen herangeführt, sodass der Übergang deutlich besser gelingt.
Wann habt ihr gemerkt, dass ihr beim Pfeifen weiter kommen wollt?
Am Anfang haben wir einfach gepfiffen, weil uns Handball Spaß macht. Mit jedem Aufstieg und den positiven Rückmeldungen kam dann automatisch der Ehrgeiz dazu. Irgendwann merkt man, dass man das Potenzial hat, den nächsten Schritt zu gehen – und dann möchte man natürlich auch wissen, wie weit man es schaffen kann.
Wie behaltet ihr in einer besonders hitzigen Halle einen kühlen Kopf?
Das Wichtigste ist, sich auf das Spiel zu konzentrieren und sich nicht von der Stimmung anstecken zu lassen. Klar wird es manchmal laut und emotional, aber genau dafür ist man als Schiedsrichter da. Außerdem hilft es enorm, dass wir als Gespann eingespielt sind und uns gegenseitig unterstützen.
Gibt es etwas, das ihr jungen Schiri-Kolleg*innen mit auf den Weg geben könnt?
Habt Geduld und lasst euch von Fehlern nicht verrückt machen. Jeder Schiedsrichter macht Fehler – wichtig ist, daraus zu lernen und sich nach jedem Spiel weiterzuentwickeln. Wer offen für Feedback ist, dranbleibt und den Spaß am Pfeifen nicht verliert, wird sich automatisch weiterentwickeln.
Vielen Dank. Wir wünschen Euch - und Euren Schiri-Kollegen - eine gute und erfolgreiche Saison!
© Fotos: Marco Wolf/DHB

































