Bayerischer Handball-Verband stellt Weichen für die Zukunft – Verbandstag 2026 in Ingolstadt

Der Bayerische Handball-Verband (BHV) hat auf seinem ordentlichen Verbandstag am 20. Juni 2026 in Ingolstadt wichtige personelle und inhaltliche Entscheidungen für die kommenden Jahre getroffen. Neben den turnusmäßigen Wahlen standen Ehrungen verdienter Persönlichkeiten, die Beratung von Satzungs- und Ordnungsänderungen sowie aktuelle Entwicklungen im bayerischen Handball im Mittelpunkt der Versammlung.
Bereits zu Beginn des Verbandstages begrüßte das Präsidium die Delegierten aus den Bezirken sowie zahlreiche Gäste. Grußworte sprachen der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes, Jörg Ammon, sowie Hans Artschwager als Präsidiumsmitglied des Deutschen Handballbundes. Nach der Totenehrung folgten die Ehrungen verdienter Persönlichkeiten und - für die Teilnehmer leicht überraschend - eine Mitmachübung des Jungen Engagements, die sich den Schwerpunkten Kommunikation und Teambuilding widmete.
Umfassende Tagesordnung und intensive Beratungen
Im parlamentarischen Teil des Verbandstages standen die Berichte des Präsidiums, die Aussprache zu den vorgelegten Berichten sowie die Beratung über Änderungen von Satzung und Ordnungen auf der Tagesordnung. Die Delegierten befassten sich unter anderem mit Änderungen der Satzung sowie weiteren Anpassungen der Ordnungen des Verbandes.
Darüber hinaus wurden allgemeine Verbandsangelegenheiten diskutiert und die Weichen für die weitere Entwicklung des Verbandes gestellt. Auch aktuelle Fragen rund um das Projekt „Handball360“ wurden thematisiert. Aus den Reihen der Delegierten bestand hierzu ein hohes Informationsinteresse. Das Präsidium erläuterte, dass sich das System weiterhin in intensiver Bearbeitung befinde. Konkrete Aussagen zum Zeitpunkt einer Fertigstellung seien derzeit jedoch noch nicht möglich.
Nach der Entlastung des Präsidiums standen die turnusmäßigen Wahlen auf dem Programm.
Präsidium bestätigt – junge Stimmen verstärken die Verbandsführung
Die Delegierten bestätigten das bisherige Präsidium in weiten Teilen eindrucksvoll in seinen Ämtern.
Als Präsident wurde Georg Clarke wiedergewählt. Ebenfalls erneut das Vertrauen der Delegierten erhielten Klaus-Dieter Sahrmann als Vizepräsident Finanzen, Ben Schulze als Vizepräsident Leistungssport, Peter Kastenmeier als Vizepräsident Recht, Andreas Heßelmann als Vizepräsident Spielbetrieb sowie Daniel Bauer als Vizepräsident Verbandsentwicklung.
Eine Veränderung ergab sich im Bereich Jugend und Mitgliederentwicklung. Felix Rockenmayer-Albert trat nach seiner Amtszeit nicht erneut zur Wahl an. Zu seiner Nachfolgerin wählten die Delegierten Jule Bauer. Die bisherige Verbandsjugendsprecherin gilt als prägende Stimme des Jungen Engagements im bayerischen Handball und bringt die Perspektiven der jüngeren Generation unmittelbar in die Verbandsführung ein.
Neu geschaffen und erstmals besetzt wurde zudem das Amt der Vizepräsidentin Schule & Ganztag. Die Delegierten wählten hierfür Katrin Kleinekampmann.
Mit Jule Bauer und Katrin Kleinekampmann gehören dem Präsidium künftig zwei junge Frauen unter 30 Jahren an. Gemeinsam mit den erfahreneren Präsidiumsmitgliedern steht der BHV damit für eine ausgewogene Mischung aus Erfahrung und neuen Impulsen sowie für eine Verbandsführung, die die Vielfalt der bayerischen Handballfamilie widerspiegelt.
Höchste Auszeichnungen für besonderes Engagement
Ein Höhepunkt des Verbandstages waren die Verleihungen der Sonderpreise des Bayerischen Handball-Verbandes.
Den Gerd-Fischer-Gedächtnispreis, der für besondere Verdienste in der Aus- und Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern sowie für die Weiterentwicklung des Handballsports verliehen wird, erhielt Hubert Müller. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die Trainerausbildung im Bayerischen Handball-Verband als Referent, Prüfer und Mitgestalter zahlreicher Ausbildungsinhalte.
Mit dem Willi-Jödicke-Gedächtnispreis wurde Robert Torunsky ausgezeichnet. Der Preis würdigt innovative Ideen und besonderes Engagement für die organisatorische und sportliche Weiterentwicklung des Handballs. Torunsky engagiert sich seit vielen Jahren auf Vereins-, Bezirks- und Verbandsebene und gilt als wichtige Gestalterpersönlichkeit im bayerischen Handball.
Der Mandi-Wolpert-Gedächtnispreis ging an Stefan Schückher. Mit dieser Auszeichnung würdigt der BHV langjährige und verdienstvolle Arbeit in der Verbandsverwaltung. Schückher hat insbesondere durch seine umfangreiche Expertise im Bereich NuLiga sowie seine vielfältigen organisatorischen Tätigkeiten über viele Jahre hinweg wichtige Beiträge für den Verband geleistet.
Für seine besonderen Verdienste um die Förderung des Nachwuchses verlieh der Verband den Otto-Hezner-Jugend-Preis an Sabine Schreiner-Marr. Die langjährige Funktionärin engagiert sich seit vielen Jahren in der Jugend- und Spielbetriebsarbeit und hat die Entwicklung des Jugendhandballs auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene nachhaltig geprägt.
Fairnesspreis für vorbildliches Verhalten
Ein besonders emotionaler Moment war die Verleihung des Fairnesspreises des Bayerischen Handball-Verbandes.
Ausgezeichnet wurden die weiblichen D-Jugendmannschaften des HC Erlangen und der JSG Fürther Land. Beim Nordcup 2026 hatten sich die Spielerinnen während einer laufenden Diskussion zwischen Mannschaftsverantwortlichen und Kampfgericht eigenständig auf dem Spielfeld darauf verständigt, den Turniersieg gemeinsam zu teilen. Anschließend informierten sie die zuständige Spielleiterin über ihre Entscheidung.
Mit dieser außergewöhnlichen Geste bewiesen die jungen Handballerinnen eindrucksvoll, dass Fair Play, Respekt und Gemeinschaft zentrale Werte des Sports sind.
Weitere Ehrungen verdienter Ehrenamtlicher
Neben den Sonderpreisen wurden weitere langjährig engagierte Persönlichkeiten ausgezeichnet.
Felix Rockenmayer-Albert erhielt die Ehrennadel des Bayerischen Landes-Sportverbandes in Bronze.
Gerhardt Becker wurde mit der Verbandsehrennadel des BHV in Silber sowie der Ehrennadel des BLSV in Silber ausgezeichnet.
Ingrid Krämer erhielt die Ehrennadel des BLSV in Gold mit Kranz, das Ehrenschild des BHV in Bronze sowie die Ehrennadel des Deutschen Handballbundes in Silber.
Peter Wagner, der das Schiedsrichterwesen in Bayern seit vielen Jahren maßgeblich prägt, wurde mit der Verbandsehrennadel des BHV in Gold, der Ehrennadel des BLSV in Gold mit silbernem Lorbeerblatt sowie der Ehrennadel des Deutschen Handballbundes in Bronze ausgezeichnet.
Blick nach vorne
Mit den personellen Entscheidungen, den beschlossenen Weiterentwicklungen und der Würdigung zahlreicher engagierter Ehrenamtlicher setzte der Verbandstag 2026 wichtige Impulse für die Zukunft des Handballs in Bayern.
Die Delegierten machten deutlich, dass der Bayerische Handball-Verband auf einem starken Fundament aus ehrenamtlichem Engagement, fachlicher Kompetenz und der Bereitschaft zur Weiterentwicklung steht. Gleichzeitig unterstrichen die Wahlen und die Einbindung junger Führungspersönlichkeiten den Anspruch, den Verband zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und die Interessen aller Generationen der bayerischen Handballfamilie zu vertreten.






























